Ein Beitrag von Lydia Merkel:
Sobald die Kraft der Sonne und die Temperaturen wieder zunehmen, beginnt die Zeit der Frühblüher. Das eher karge Naturbild aus den Wintermonaten gewinnt an Farbe, die Welt wird wieder bunt und lebendig. Neben Krokus und Schneeglöckchen, zählt der Märzenbecher zu den bekanntesten Frühblühern unserer Region. Auf Wiesen in der Nähe von Bachläufen und Flüssen, wie im Polenztal oder entlang des Langenwolmsdorfer Baches, befinden sich besonders große natürliche Vorkommen. Bei Sonnenschein lockt das süßduftende Blütenmeer jedes Frühjahr zahlreiche Besucher und Insekten, wie Bienen und Tagfalter, an.
Neben Märzenbecher (Leucojum vernum) sind
Märzglöckchen oder Großes Schneeglöckchen gängige Namen. Wissenschaftlich
Frühlings-Knotenblume genannt, gehört der Märzenbecher zur Familie der
Amaryllisgewächse. Die zweite Bezeichnung wird abgeleitet von dem auffallenden
Fruchtknoten, der sich als eine knotenartige Verdickung des Blütenstiels
oberhalb der Blütenglocke befindet. Die weiße Blütenglocke mit den gelbgrünen
Flecken auf den Spitzen sowie der veilchenartige Geruch sind typische
Erkennungsmerkmale des Märzenbechers. Wie die meisten Frühblüher ist auch
dieser hochgiftig.
Durch Umwandlung von naturnahen Wäldern, Entwässerung von
feuchten Wiesenflächen, Bodenverdichtung durch intensive Landwirtschaft geht
natürlicher Lebensraum verloren. Auch hoher Besucherdruck, Zertrampeln oder
Pflücken, schadet den Pflanzen. Nach der Bundesartenschutzverordnung sind
Märzenbecher besonders geschützt und auf der roten Liste als gefährdet
eingestuft. Sie dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden!
Die kleinen zarten Glöckchen sind also am besten mit
gebürtigem Abstand vom Fußweg aus zu bewundern. Ihre Schönheit wirkt unangetastet
weit mehr als direkt vor der Linse einer Smartphone-Kamera.
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